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Alarmanlage im Smart Home – Wie sicher ist das vernetzte Zuhause?

Sicherheitstechnik

Seit den frühen 2000er Jahren halten Smart Home-Systeme Einzug in privaten Wohnräumen. Die Möglichkeiten scheinen inzwischen nahezu unbegrenzt und greifen in die verschiedensten Lebensbereiche über: Von automatischen Rollläden und intuitiven Musikanlagen, über intelligente Heizungssteuerung bis zu Überwachungsgeräten trägt das Internet zu einer smarten Vernetzung bei. Die Nutzung von intelligenten Smart Home-Systemen kann den Alltag maßgeblich erleichtern. Doch wie sicher ist die allumfassende Vernetzung in Puncto IT-Sicherheit? Und schützt ein Smart Home-System wirklich vor Einbruch, Diebstahl oder Vandalismus? Wir beleuchten den immer weiter steigenden Trend von Smart Home-Technik im Eigenheim.

Willkommen im intelligenten Zuhause - Wie Smart Home den Alltag erleichtern kann

Wenn Licht und Heizung übers Smartphone gesteuert werden, die HIFI-Anlage bereits genau weiß, welche Musik man zum Abendessen hören möchte und der Saugroboter schon gesaugt hat, wenn man nach Hause kommt – dann ist das smart! Smart Home ist eine besondere Art der Hausautomation, bei der technische Haushaltsgeräte oder Multimediaequipment über das Internet vernetzt werden und dadurch miteinander kommunizieren können. Einzelne Vorgänge können so zentral, sogar von unterwegs auf dem Smartphone, gesteuert werden. Neben Smart Home beschreiben Begriffe wie Intelligentes Wohnen, Ambient Assisted Living, eHome oder Smart Living das gleiche Phänomen, wenn auch mit leichten Bedeutungsabweichungen.

Beim Smart Home sollen neue Technologien in jedem Lebensbereich helfen, den Alltag zu meistern. Dabei geht es vor allem um die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität. Zum einen werden alltägliche Vorgänge automatisiert, zum anderen können die Geräte-Einstellungen aber auch personalisiert und so an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Durch die neusten technischen Fortschritte ist dafür mittlerweile nicht mal mehr ein aktives Schalten am Smartphone notwendig, denn mit Sprachsteuerung und Gestenerkennung funktionieren Smart Home Systeme inzwischen auch weitgehend kontaktlos.

Die Zielgruppen von intelligenter, vernetzter Technik könnten unterschiedlicher nicht sein. Smart Homes sind mit ihren Lifestyle-Funktionen sowohl für junge, technikaffine Menschen interessant, als auch für ältere, körperlich benachteiligte oder kranke Personen, denen die Technik ihren Lebensalltag erleichtern kann.

Smart Home-Systeme integrieren intelligente, personalisierbare Technik in den ganz normalen Alltag. Dabei gibt es inzwischen Technologien für den unterschiedlichsten Lebensbereich.

Smart Home in der Haushaltstechnik

Jeder, der regelmäßig mit der Pflege eines Haushaltes beschäftigt ist, weiß, wie zeitraubend diese Tätigkeiten rund um die eigenen vier Wände sein können. Smart Home-Anbieter setzen an genau diesem Umstand an und verschaffen dem Nutzer mehr Zeit für andere Dinge.

Intelligente Systeme begleiten den Alltag bereits direkt morgens, wenn die smarte Kaffeemaschine mit WLAN bereits den ersten Kaffee des Tages frisch aufbrüht, bis man aus dem Bad kommt. Wenn der Kühlschrank nach dem Frühstück dann merkt, dass nach dem Frühstück noch Lebensmittel fehlen, werden die fehlenden Produkte automatisch nachbestellt. Die selbstreinigende Zahnbürste, weiß genau, wann genug geputzt ist und lädt wie von Zauberhand per Induktion so auf, das für Abends wieder alles bereit ist. Während der Arbeitszeit rollt der Saugroboter gemütlich durch die Wohnung, sodass beim nach Hause kommen alles bereits staubfrei ist. Parallel wird bereits der Ofen getimed, damit die perfekte Temperatur für das Abendessen genau rechtzeitig erreicht ist.

Auch die intelligente Lichtsteuerung trägt zu einer besseren Lebensqualität bei. Etwa wenn der Nutzer morgens mit einem leichten Gelblicht geweckt wird, das den Sonnenaufgang simuliert – immerhin gibt es fast nichts Ärgerlicheres, als von grellem Neonlicht geweckt zu werden. Und auch abends lassen sich die Lichtverhältnisse zuhause entsprechend den aktuellen Bedürfnissen einstellen: gedimmtes Licht beim Filmabend, Bankettbeleuchtung beim großen Dinner mit Freunden oder punktuelle Beleuchtung beim Spieleabend. Vielfältige Einstellungsmöglichkeiten lassen die Beleuchtung zuhause hoch individuell werden.

Viele neue Geräte sind bereits mit WLAN-Funktion und smarten Optionen ausgestattet, sodass eine Vernetzung problemlos möglich ist. Für ältere Geräte gibt es jedoch auch Erweiterungen wie Smart Plugs oder WLAN-Steckdosen, die die intelligenten Funktionen extern ermöglichen. Wenn ein Nutzer das möchte, kann er seinen gesamten Tag mit Hilfe von Smart Home-Technik begleiten und erleichtern lassen.

Smart Home zur Haussteuerung

Neben den Annehmlichkeiten, die Smart Home-Lösungen für den Tagesablauf so bieten, gibt es auch zahlreiche technische Komponenten, die eine Steuerung rund um das Haus erlauben. Die am weitesten verbreiteten Möglichkeiten gibt es hier bei der Steuerung der Heizung, sodass die Räume bereits beheizt werden können, kurz bevor man nach Hause kommt oder wenn die Raumtemperatur unter ein bestimmtes Minimum fällt. Diese Steuerung ermöglicht eine höhere Effizienz in der Heizperiode und einen niedrigeren Verbrauch der Energieressourcen. Die Realisierung findet zumeist über digitale Heizungsthermostate statt, die an die Heizung angeschlossen werden.

Vor allem im Urlaub ist die smarte Steuerung der Rollläden eine sinnvolle Ergänzung, denn so kann simuliert werden, dass das Haus auch während dem Urlaub bewohnt ist. Was dazu beitragen kann, dass potenzielle Einbrecher abgewehrt werden.

In großen Dürreperioden helfen smarte Rasensprenger dabei, dass der Rasen rund um das Haus trotz knalliger Temperaturen nicht vertrocknet, denn die Bewässerung des Gartens kann schnell zeitaufwendig werden. Die Bewässerung kann entweder nach einem bestimmten Zeitplan, per Sprachbefehl oder mit Hilfe von Messgeräten organisiert werden. Auch der konkrete Wasserbedarf lässt sich mit Hilfe der Technik regulieren. Für Hausbesitzer bedeutet das, dass die Technik ihn auch in der Pflege von Heim und Garten nachhaltig unterstützt.

Smart Home in der Unterhaltungselektronik

Weithin bekannt ist die Smart Home-Technologie im Kontext von Multimediageräten. Inzwischen ist eine Vernetzung bei nahezu jedem technischen Unterhaltungsgerät möglich. So wird man von der Musikanlage bereits morgens mit der Lieblingsmusik geweckt, kann beim Frühstück die Nachrichten des Tages mithören und erhält beim Filmabend die perfekten Filmempfehlungen, basierend auf den persönlichen Vorlieben.

Ein immer wichtigerer Teil dieser Entwicklung sind Sprachassistenten wie Alexa von Amazon, Siri im Apple HomePod oder Google Home von Google. Diese Assistenten sind im Smartphone hinterlegt oder als Lautsprecherbox für die Wohnung aufstellbar. Dabei handelt es sich um künstliche Intelligenzen, die die menschliche Sprache erkennen, verarbeiten und beantworten können. Sie greifen daüfr über das Internet auf einen enormen Pool an Daten zurück, der sie in ihrer Aufgabe unterstützen. Die Systeme lernen dabei immer mehr dazu und lassen die persönlichen Vorlieben der Nutzer in die Antworten einfließen, je mehr man mit ihnen kommuniziert. Befehle wie „Spiele meine Lieblingsmusik“ oder „Bestelle neues Druckerpapier“ sind dabei problemlos ausführbar. Aktuell gibt es bei der Verarbeitung der gesprochenen Information jedoch auch noch deutliche Defizite, was zeigt, dass die Entwicklung von Smart Home in der Unterhaltungselektronik noch lange nicht am Ende ist.

Wie sicher ist Ihr Smart Home?

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Smart Home mit Alarmanlage im Einsatz für mehr Einbruchschutz

Ganz offensichtlich zeigt sich das Verhältnis der Deutschen zum Schutz der Privatsphäre auch in der eigenen Sicherheitsphilosophie, denn eine bislang unerwähnte Option von Smart Home-Lösungen, die viele überzeugte Nutzer hat, sind Maßnahmen für mehr Einbruchschutz. Die einzelnen technischen Komponenten auf dem Markt für Smart Home-Alarmanlagen in Kombination mit einer Steuerung der Alarmanlage per Smartphone sind auf den ersten Blick geradezu prädestiniert dafür, das eigene Zuhause mit smarter Technik zu schützen.

Dafür können Nutzer auf zwei Optionen zurückgreifen: 1. Die Smart Home-Technik als Alarmanlage nutzen oder 2. die Alarmanlage mit smarten Ergänzungen einsetzen.

Bei der ersten Variante werden Bewegungsmelder, Fenstersensoren und WLAN-Kameras unabhängig voneinander im Haus angebracht und jeweils einzeln, in der Regel per Smartphone, verwaltet und gesteuert. Hierbei ist zu erwähnen, dass die einzelnen Komponenten zumeist einzelne Geräte sind, die in das Smart Home-Konzept integriert werden oder für den Einbruchschutz zweckentfremdet werden.

Bei Variante zwei werden häufig ganze Alarmanlagen-Sets gekauft, die bereits Einbruchmeldezentrale und verschiedene Melder enthalten. Diese müssen dann selbst installiert werden, um einen Einbruchschutz zu ermöglichen. Die installierte Technik wird dann aber gelegentlich auch in anderen Kontexten genutzt; etwa, um im Urlaub einen Überblick über die Lage zu behalten oder wenn die Kinder mal alleine sind, um einen kurzen Blick in die Wohnung zu werfen und zu schauen, ob alles in Ordnung.

Smart Home-Security ist bei Nutzern stark gefragt, da es eine sehr einfache Erweiterung bisheriger Systeme darstellt. Jedoch sollte sich jeder, der seinen Wohnraum effektiv sichern will die Frage stellen:

Macht die Smart Home-Alarmanlage das Zuhause wirklich sicherer?

Grundsätzlich gilt in allen Bereichen der Sicherheitstechnik: eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Obwohl oder vor allem weil aktuell ein großes Interesse an Smart Home-Alarmanlagen und Sicherheitstechnik besteht, ist das Bewusstsein für die Risiken der Vernetzung nur sehr gering. Hersteller möchten die jeweilige Smart Home-Technik vor allem erst einmal an den Markt bringen. Das Thema Sicherheit steht dabei manchmal nicht direkt an erster Stelle.

Das vermutlich größte Sicherheitsproblem bei Smart Homes ist die digitale Technik selbst. Mit der zunehmenden Vernetzung sämtlicher Geräte im und um das Haus herum, müssen sich die Nutzer jedoch auch auf neue Bedrohungen einstellen. Smart Home-Geräte bieten Kriminellen eine Plattform der besonderen Art, mit denen sie sich auf vielfältige Art und Weise Zugriff verschaffen können. Je mehr intelligente, WLAN-gebundene Technik genutzt wird, umso mehr Daten werden im Netz und auf den Servern des Herstellers gespeichert. Das macht die Nutzung solcher Systeme hoch anfällig, denn für Hacker sind solche Systeme ein leichtes. Deshalb sollte eines immer bewusst bleiben:

Auf alles, was ich in meinem Smart Home steuern kann, hätte auch ein Hacker Zugriff, wenn er will.

Per Fernzugriff ist es für technikaffine Täter ein Leichtes, sich in die Systeme zu schalten. Ist das einmal geschafft, ist es ganz einfach, die Nutzer in ihren privatesten Momenten zu beobachten. Damit wird direkt in die Privatsphäre eingegriffen. Die genutzte Smart Home-Alarmtechnik kann ausgeschaltet und der beste Zeitpunkt für einen Einbruch ermittelt werden. Auch die persönlichen Gewohnheiten oder das eigene Nutzungsverhalten können dadurch schnell zum Verhängnis werden. Smart Home-Produkte rund um die eigene Sicherheit bieten gegen diese Art des Einbruchs keinen zuverlässigen Schutz und auch die Hersteller kommunizieren die Art der Datenverarbeitung, -sicherung, und -speicherung nur selten.

Generell müssen Systeme, die für die Sicherheit von Haus, Bewohnern und Sachgegenständen sorgen sollen, höheren Maßstäben genügen als simple Smart Home-Systeme zur Haussteuerung. Hier gilt es, dass die Systeme 24/7 zuverlässig und störungsfrei funktionieren, um im Bedarfsfall wirklich schützen zu können, und nicht nur Licht und Heizung steuern können.

Smart Home-Komponenten zum Selbsteinbauen sind nach Angabe von spezialisierten Errichtern nicht geeignet, um verlässlichen Schutz gewährleisten zu können. Ein großer Schwachpunkt ist dabei auch die Installation, denn das Risiko einer Fehlinstallation oder Manipulation von außen ist hoch. Eine normierte Installation ist damit nahezu ausgeschlossen und auch Sabotageüberwachung oder ähnliches ist bei den intelligenten Systemen nur selten zu finden. Auch die Art der Alarmierung spielt eine große Rolle. Wenn überhaupt, bieten die smarten Systeme eine rein akustische Vor-Ort-Alarmierung. Doch ob der Alarm dann bemerkt wird, ist fraglich. Und wenn bei einem Stromausfall der Internetrouter ausfällt, fallen natürlich auch die Alarmsignale aus.

Im Smart Home sicher fühlen - die Alarmanlage dem Fachmann überlassen

Bietet die Alarmanlage im Smart Home-System also wirklich ein sicheres Zuhause? Fest steht, dass es Möglichkeiten gibt, sein Smart Home und sich selbst zu schützen. Mit getesteten Sensoren, Kameras und Apps kann man es auf jeden Fall ein bisschen sicherer machen. Jedoch ist auch klar, dass smarte Produkte keinen umfassenden Schutz bieten und hochgradig anfällig sind, vor allem, wenn die Installation nicht fachgerecht vorgenommen wurde.

Diese Fragen müssen Sie sich stellen

  • Findet die Kommunikation meines Smart Homes verschlüsselt statt?
  • Ihre Überwachungskamera kann das Video vom Wohnzimmer unverschlüsselt über das Internet senden?
  • Ist mein Internet mit Notstrom ausfallsicher?
  • Wie geht man mit dem Alarm um?
  • Soll der Alarm in jedem Fall bemerkt und bearbeitet werden?

Das Wichtigste ist in jedem Fall, Schwachstellen am Haus zu identifizieren und mit mechanischen Sicherungsmaßnahmen vorzusorgen. Um den Einbruchschutz auch effektiv zu machen, ist es sinnvoll, eine fachlich einwandfreie Alarmanlage mit Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle in Anspruch zu nehmen. Diese sorgt dafür, dass ein Einbruch auch in jedem Fall bemerkt und weiterbearbeitet wird. Moderne Sicherheitskonzepte bauen dabei auch auf die Live-Täteransprache, die dafür sorgt, dass die Täter in Echtzeit lautstark angesprochen und vertrieben werden. Der bedeutende Zeitvorteil, der dadurch entsteht, trägt nochmals deutlich zur Sicherheit bei, denn die naheliegende Reaktion der Täter ist die unmittelbare Flucht. Eine solche vollwertige Alarmanlage wird zumeist von Fachbetrieben geplant und errichtet. Dieser Prozess ist standardisiert und sorgt für noch mehr Sicherheit bereits bei der Installation.

Mit den Annehmlichkeiten, die die Smart Home-Systeme aktuell für ihre Nutzer bringen und intelligenten Erweiterungen, kann das Sicherheitsbedürfnis in jedem Fall fürs Erste befriedigt werden. Einen ausreichenden Schutz im Ernstfall bieten die Smart Home-Anlagen jedoch nicht, weshalb eine Alarmanlage nur von spezialisierten Fachunternehmen realisiert werden sollte, wenn man sich und sein Smart Home wirklich schützen möchte.

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Kurz und knapp

Smart Homes tragen mit vielfältigen digitalen Komponenten dazu bei, die Lebens- und Wohnqualität der Nutzer zu verbessern. In den unterschiedlichsten Lebensbereichen können die Systeme inzwischen eingesetzt werden, um sowohl jungen, technikaffinen Nutzern als auch alten, kranken oder körperlich beeinträchtigten Nutzern den Alltag zu erleichtern. Häufig wird die neue Technik und das Internet auch genutzt, um sich selbst und das eigene Zuhause gegen Einbrecher und Diebe abzusichern. Die Smart Home-Komponenten eignen sich dafür jedoch nur mitnichten, da die internetbasierten Systeme hoch anfällig und für geübte Hacker ein leichtes Spiel sind. Effektiven Einbruchschutz bieten Smart Homes daher nicht. Um wirklich abgesichert zu sein, empfiehlt es sich auf mechanischen und elektronischen Einbruchschutz zu setzen.

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