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Rauchwarnmelder

Was sind Rauchwarnmelder und welche anderen Melder gibt es?

Rauchwarnmelder sind technische Geräte, die imstande sind, auftretenden Rauch frühzeitig zu erkennen und zu melden. Dabei ist ein Rauchwarnmelder, im alltäglichen Sprachgebrauch auch einfach Rauchmelder genannt, von einem Rauchgasmelder und einem Brandmelder zu unterscheiden. Der Rauchgasmelder misst die Konzentration der von Bränden typischerweise verursachten Gase in der Luft. Er löst den Alarm bei einer Überschreitung der Grenzwerte für Kohlenstoffdioxid und / oder Kohlenstoffmonoxid aus. Daher lässt sich der Rauchgasmelder insbesondere auch in staubigen Räumen nutzen, wo klassische Rauchwarnmelder nur bedingt zur Brandfrüherkennung eingesetzt werden können.

Mit einer automatischen Auslösung arbeitet auch der Wärmemelder, der der Kategorie Brandmelder zuzuordnen ist. Er wertet Temperaturdifferenzen aus, die über einen kurzen Zeitraum hinweg entstehen, und ist in drei Klassen für unterschiedliche Raumhöhen erhältlich. Außerdem gehören die in einem Gehäuse hinter Glas sitzenden Schalter, die bei einem erkannten Brand manuell ausgelöst werden müssen, zur Gruppe der Brandmelder. Auch Flammenmelder, von denen die von einem Feuer ausgehende Infrarotstrahlung und Ultraviolettstrahlung gemessen wird, sind der Gruppe Brandmelder zugeordnet.

Welche Arten von Rauchwarnmeldern gibt es?

Im Wesentlichen lassen sich zwei Arten von Rauchwarnmeldern abgrenzen:

  • Optische / photoelektrische Rauchmelder
  • Ionisationsrauchmelder

Wie funktionieren optische/ photoelektrische Rauchmelder?

Rauchwarnmelder verwenden verschiedene Messverfahren zur Früherkennung von Bränden. Die weitaus größte Gruppe sind die optischen und photoelektrisch arbeitenden Rauchmelder, die sich den sogenannten Tyndall-Effekt zu Nutzen machen. Er basiert auf den Erkenntnissen, die John Tyndall bei seinen Untersuchungen der Mie-Streuung von Licht gewonnen hat. Die Grundbestandteile solcher Rauchwarnmelder sind eine Infrarotdiode und ein lichtempfindlicher Sensor. Bei neueren Modellen kommt anstelle der Infrarotdiode ein Laser zum Einsatz. Der Vorteil der photoelektrischen Sicherheitssysteme ist, dass diese entstehende Schwelbrände, von denen „kalter Rauch“ abgesondert wird, bereits in einem Frühstadium erkennen können.

Wie funktioniert der Ionisationsrauchmelder?

Ionisationsmelder kommen zur Erfüllung der Rauchwarnmelderpflicht in Deutschland in der Regel nicht zum Einsatz. In einem Ionisationsrauchmelder wird radioaktive Strahlung zur Erkennung kleinster Rauchpartikel verwendet. Die abgegebene Alphastrahlung oder Betastrahlung wird von den Brandstaubpartikeln absorbiert, wodurch sich die Menge an Strom, die an der Empfängerplatte der Ionisationsrauchmelder ankommt, reduziert. Beim Einbau, dem Betrieb und der Entsorgung der Ionisationsmelder müssen die Bestimmungen der Strahlenschutzverordnungen eingehalten werden. Das hat dazu geführt, dass diese Art der Rauchmelder nur noch in besonders gefährdeten Objekten zum Einsatz kommt. Ein wesentlicher Vorteil dieser Rauchwarnmelder besteht darin, dass sie auch die Brände frühzeitig melden können, bei denen nur besonders winzige Rußpartikel in die Luft abgegeben werden.

Warum gibt es eine Rauchwarnmelderpflicht?

Aufgrund zahlreicher Todesopfer, die jährlich durch Brände zu beklagen sind, hat der Gesetzgeber zuletzt in den Bauordnungen der einzelnen Bundesländer die Rauchwarnmelderpflicht geregelt. Zudem wurden flächendeckende Aufklärungskampagnen wie Rauchmelder retten leben initiiert. Das hinter der Initiative stehende Forum Brandrauchprävention e.V erklärt, dass sich die Ausstattungsquote deutscher Haushalte mit Rauchmeldern von 2000 bis 2010 von 5 Prozent auf einen Bundesdurchschnitt von 38 Prozent erhöht habe. Empfohlen werden Rauchwarnmelder, die zumindest folgende Anforderungen erfüllen:

  • Enthält Q-Qualitätssiegel (Langlebigkeit, Reduktion von Falschalarmen, Erhöhte Stabilität, Langzeit-Batterie) Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Prüfinstitute wie z. B. VdS Schadenverhütung GmbH.
  • DIN EN 14604 (Mindestanforderungen z.B. Alarm mindestens 85 dB(A), aktive Batteriezustandsprüfung, Testknopf zur Funktionsüberprüfung)
  • CE-Zeichen

Rauchwarnmelder lassen sich auch mit einer Einbruchmeldeanlage (EMA) kombinieren. Mittels Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) können Alarme im Brandfall dadurch auch bei Abwesenheit unmittelbar erkannt und die notwendigen Maßnahmen von den Mitarbeitern der Leitstelle eingeleitet werden.

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