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Predictive Policing

Was ist Predictive Policing?

Predictive Policing beschreibt die präventive Polizeiarbeit mittels einer Software, bei der Erfahrungswerte zu Tatorten, Wetter, Tageszeiten, etc. genutzt werden, um Wahrscheinlichkeiten von möglichen zukünftigen Tatorten zu berechnen.

Welche Technik steht hinter Predictive Policing?

Die Software Precobs (Pre Crime Observation System) des Instituts für musterbasierte Prognosetechnik ist nach eigenen Aussagen in zahlreichen Regionen in Deutschland und der Schweiz im Pilotbetrieb im Einsatz. Schlägt die Software auf Grundlage der eingespeisten Daten Alarm, wird der besonders gefährdete Abschnitt intensiv von der Polizei bestreift und observiert. Kommt es tatsächlich zu Einbrüchen im vorausgesagten Gebiet ist die Polizei vorbereitet. Dadurch können die Beamten schnell und zielgerichtet zugreifen und die Einbrecher festnehmen.

Was sind die Vorteile von Predictive Policing?

Big Data ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit Polizei und Strafverfolgung bislang nicht häufig in Erscheinung getreten ist. Dennoch bieten die modernen technischen Möglichkeiten viel Potenzial im Kampf gegen Einbrecher. Zudem lassen sich mittels Softwareanalyse neben Einbruchdiebstahl auch die Wahrscheinlichkeiten von anderen Straftaten berechnen. Eine Software ist leistungsfähiger als ein Mensch und kann außerdem große Datenmengen auf einmal auswerten. Auch bei überregional agierenden Serientätern lassen sich dadurch Muster ausmachen. Eine Zusammenarbeit verschiedener Dienststellen, Behörden oder Länder ist ebenfalls technisch möglich. Die Qualität der Ergebnisse kann dabei jedoch immer nur so gut sein, wie die Qualität der eingespeisten Daten. Gibt es Fehler oder Lücken bei der Datenpflege, werden sich diese auf die Auswertung im Predictive Policing übertragen.

Welche Risiken bringt Predictive Policing mit sich?

Neben zahlreichen Befürwortern von Predictive Policing melden sich auch Kritiker zu Wort. Hauptkritikpunkt ist die Frage, wie mit dem Datenschutz umzugehen ist. Zu klären ist, welche Daten wann und zu welchem Zweck verarbeitet werden dürfen. Im Zweifel ist abzuwägen, ob die innere Sicherheit oder die individuellen Persönlichkeitsrechte einen höheren Stellenwert aufweisen. Ein weitere Kritikpunkt an Predictive Policing ist der Vorwurf, dass durch die Vorhersagen keine Kriminalität bekämpft werde, sondern Einbrecher und andere Straftäter lediglich in andere Regionen vertrieben werden. Würden Einbrecherbanden bemerken, in welchen Regionen verstärkte Polizeipräsenz herrscht, so wechselten diese lediglich ihre Tatorte. Demnach ergebe sich lediglich eine Verschiebung der Einbruchskriminalität in andere Regionen.

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