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Was sind Minutien?

Bei Minutien handelt es sich um feine Merkmale des Fingerabdrucks. Es sind Endpunkte und Verzweigungen der Papillarleisten, also der Hautrillen auf der Oberhaut des menschlichen Fingers. Die Verteilung dieser Endpunkte ist für jeden Menschen individuell. Diese individuellen Merkmale und deren Verteilung auf dem Fingerabdruck ermöglichen eine Einzigartigkeit und damit eine Unterscheidbarkeit. Sowohl zwischen den einzelnen Fingern eines Menschen als auch zwischen verschiedenen Menschen. Durch eine konsequente Forschung sind inzwischen über 150 verschiedene Minutien bekannt. Die Einzigartigkeit, die sich ein Leben lang bei einem Menschen nicht verändert, wird daher häufig als biometrisches Identifikationsmerkmal hinzugezogen.

Das Wort Minutien kommt ursprünglich aus dem Lateinischen von minutus, was Kleinigkeit bedeutet. Eine weitere Schreibweise des Begriffs ist Minuzien, es handelt sich jedoch um dieselbe Begriffsbedeutung

In welchen Bereichen können diese persönlichen Identifikationsmerkmale genutzt werden?

Die Nutzung von Fingerprintsensoren und der Abgleich der Minutien als persönliches Identifikationsmerkmal wird in verschiedenen Kontexten eingesetzt.

Minutien in der Forensik

Weithin bekannt ist der Einsatz von Fingerabdruckvergleichen in der Kriminalistik. Im Bereich der Forensik und zur Verbrechensbekämpfung werden latente Fingerabdrücke an Tatorten aufgenommen. Diese werden dann elektronisch mit den bereits aufgenommenen Fingerabdrücken in der Datenbank über eine sogenannte 1:N-Identifikation, eine Art Ausschlusskriterium, verglichen. Das heißt durch die individuelle Minutienanzahl kann schnell festgestellt werden, ob der Fingerabdruck bereits in der Datenbank vorliegt.

Minutien in der Sicherheitsbranche

Ein weiterer Kontext, in dem Minutien und Fingerabdruckscans eingesetzt werden, ist als Möglichkeit der Zutrittskontrolle in der Sicherheitstechnik. Private Unternehmen können diese Lösung nutzen, um die Identifikation ihrer Mitarbeiter beim Zugang zu gesicherten Bereichen zu ermöglichen. Auch für ein schlüsselloses Zugangsmanagement werden Fingerabdrucksensoren an den Zugängen genutzt. Das Verfahren der Fingerprintscanner erhöht dabei sowohl die Sicherheit als auch den Nutzerkomfort. Außerdem wird die Verwaltung der Zugänge aufs Einfachste reduziert. Die Fingerabdrücke und Minutien werden bei jedem Zugangsberechtigten einmalig abgenommen. Danach kann der Zugang für diese Person digital verwaltet werden, Zugänge können unkompliziert zugewiesen und wieder entzogen werden.

Die Fingerabdrucksensoren werden in diesem Kontext auch speziell bei Hochsicherheitsbereichen eingesetzt. Damit kann einem eingeschränkten Nutzerkreis der Zugang zu einem sicherheitsrelevanten Bereich ermöglicht werden. Hierfür ist jedoch die Genauigkeit des Scans wichtig, um eine möglichst geringe Falschrückweisungsrate zu erhalten.

Wie sicher ist die Technologie?

Fingerabdrucksysteme stellen eines der beliebtesten biometrischen Systeme dar, vor allem wegen des hohen Entwicklungsstandes und der guten Qualität.

Die Minutien werden durch spezielle Algorithmen mit Hilfe eines Sensors aufgenommen und extrahiert. Dadurch lässt sich die Lage der einzelnen Minutien konkret festlegen und die genaue, individuelle Anzahl bestimmen. Um eine Authentifizierung einer Person durch ihren Fingerabdruck vorzunehmen, werden die Referenzdaten und die Anzahl der Minutien mit einer vordefinierten Anzahl an Minutien verglichen. Dieser Prozess geschieht automatisch mit Hilfe eines optischen Sensors, der den Fingerabdruck abtastet. Der Finger wird dafür auf eine ebene, durchsichtige Schicht gelegt und ausgelesen. Ist diese Schicht verschmutzt kann es jedoch zu Fehlern in der Analyse kommen. Außerdem kann beim Scan nicht gewährleistet werden, dass der Finger jeweils immer gleich aufliegt oder der Erfassungsbereich ausreichend groß ist. Ein großflächiger Scan des Fingerabdrucks durch Bewegung des Fingers und eine sich anschließende Qualitätskontrolle können die Risikofaktoren jedoch bereits umfangreich eingrenzen.

Grundsätzlich hat sich die Technologie des Fingerprintscans als sehr zuverlässig erwiesen, weshalb die Anwendung vor allem auch beim elektronischen Einbruchschutz, Alarmanlagen und schlüssellosen Zutrittssystemen sehr beliebt ist.

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